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Die Pracht der Gärten aber hat stets
die Liebe zur Natur zur Voraussetzung.
(Germaine de Stael)
 

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Blumeninsel am Rheinufer

 


Auf der Straßburger Seite ist der größte Park der Europastadt entstanden. Das 20 Hektar große Festivalgelände umrahmt in einem Bogen die zentrale Brückenachse und schließt auch die beiden Sichtachsen ein. Die mit Eichen bepflanzte Nordachse bietet Rast - und Ruheplätze sowie Bänke, die die Besucher des Parks einander näher bringen sollen. Die mit Platanen gesäumte Zentralachse führt durch eine wellenförmige Rasenfläche den dynamischen Brückenschlag fort. In der Südachse befinden sich verschiedene Spiel - und Sportplätze sowie Einrichtungen für Kinder und besonders Jugendliche.

Ein mehr als ein Kilometer langer Weg ermöglicht den Besuchern unmittelbar am Rheinufer zu spazieren. Ein etwas breiterer Parallelweg ist asphaltiert und steht Radfahrern und Inline-Skatern zur Verfügung. Zwischen den beiden Wegen erstreckt sich eine Wiesenfläche, aus der heraus sich 26 Inseln erheben. Die Inseloberfläche ist entweder aus Stein, mit Rasen versehen oder bepflanzt.

Die Wasserwand verläuft halbkreisförmig rechts und links der zentralen Achse und trennt den eigentlichen Gartenbereich vom Aktivbereich. Auf ihrer Krone kann man spazieren gehen und eine herrliche Aussicht auf den Garten der zwei Ufer sowie die neue Rheinbrücke genießen. Die Bewegung des fließenden Wassers wird durch den verwendeten Naturstein optisch verstärkt. Der dünne Wasserfilm vermittelt im Auge des Betrachters den Eindruck eines Spiegels, an dessen Fuß sich „Wassergärten“ erstrecken - mehrere Bassins mit Seerosen und anderen Uferpflanzen. Das Wasser wird ganzjährig die Wand hinunterfließen und insbesondere nachts mit Beleuchtung ein eindrucksvolles Schauspiel liefern.

Hinter der Wasserwand befinden sich 19 temporäre Gärten, die „Jardins d’Europe“, zum Thema Wasser.
Der Schulgarten richtet sich an ein junges Publikum, das hier in die Geheimnisse der Kräuter und einer umweltfreundlichen Düngung des Gemüsegartens eingeführt wird.
Der Himmel als Badewanne: am Boden repräsentieren Pflanzeninseln die zehn Länder, die kürzlich der Europäischen Gemeinschaft beigetreten sind. Am Himmel eine weiße Lichtpause, die nach und nach das Regenwasser wie durch einen Schleier filtert.
Pflaster, roter Sand und Lava beschwören die Trockenheit der Wüste. ein Pfad führt in eine runde Bambushütte, die mit Glyzinien bewachsen ist. Hier fällt von Zeit zu Zeit ein Wassertropfen in die Mitte eines Wasserbeckens: Die Oase.
Umgeben von Rasen und einem Dekor aus Blumen, Libellen und Fischen laden im Garten der Wasserträume Wasserbecken und Wasserpflanzen zum Verweilen ein.
Das Wasser - Arboretum besteht aus zwei Becken auf unterschiedlicher Höhe, in denen sich Tannen von Wasser und Licht bilden.
Im Garten der Wasserblumen stehen auf beiden Seiten eines Holzstegs etwas dreißig große Pflanzenkübel, aus denen Wasserstrahlen in Form von Tulpen, Rosen und Wasserlilien hervorsprudeln.
Der Fluss als Bindeglied: In der Mitte einer Ellipse schlängelt sich der Fluss in Form einer Metalllinie dahin. Auf beiden Seiten erinnern mit Wasser gefüllte Fässer und Wasserpflanzen an die umliegende Industrie.
Fünf 3 bis 6 m hohe Pflanzentürme als üppiger Tropengarten mit japanischen Pflanzenarten: vertikal, überraschend und gigantisch.
Im H2O - Garten wird das Wasser nach den Gesetzen der Chemie dargestellt: Wasserbecken und Pflanzenbeete zeichnen am Boden die Umrisse des Wasseratoms.
Durch Gärtnern für eine bessere Umwelt von einer verschmutzen Fläche, versinnbildlicht durch am Boden liegende Metallfragmente, zu einer grünen Wiese. Dazwischen Pflanzen, die Schwermetalle aufnehmen und umweltfreundlich entsorgen, sowie ein Wasserbecken, über dem Gießkannen einen leichten Nebel erzeugen. Dieser Garten war übrigens bei meinem Besuch gesperrt wegen schlüpfender Enten :-)
Ein riesiges Pflanzenzelt aus Weiden und rotem Zellstoff, durch das man hindurchwandelt und das Laubwerk, die Blumen und Farben betrachten kann, symbolisiert das Leben in einer Riesenjurte.
Wasser als Lebensquelle im Meditationsgarten, bestens geeignet zur Besinnung.
Am Scheideweg führt ein Bohlenbelag zu einem Becken und einem Spiegel. Ringsum symbolisieren blumenreiche, bunte Beete die europäischen Länder und die Vermischung ihrer Bevölkerungen.
Auf einem 6m hohen Hügel, bewachsen mit Pflanzen für karge Böden, entspringt ein Wasserlauf, der ein Schöpfrad bewegt.
Lange Bambusstangen erinnern im schwimmenden Gemüsegarten an Angelruten und neigen sich über Wasserbecken, in denen mit Erde und Gemüsepflanzen gefüllte Körbe schwimmen.
Frei stehende Pflanzen, Pfade, die sich durch Pflanzenbeete schlängeln, Inseln aus Kies und Skulpturen symbolisieren die Rheinarme und drücken die Anmut und den Charme der alten Rheinufer aus.
Im Garten des Narziss werden am Boden durch Metallplatten auf Weidenstämmen Spiegel symbolisiert. Ein Teil der Bänke besteht aus gekrümmten Platten, auf denen Auszüge aus Ovids Mythos Narziss zu lesen sind. Auch diese Garten war leider geschlossen, aber diesmal wegen Wespengefahr.
Im Meteoritengarten führt ein Holzpfad von einer Hütte zur nächsten. Durch das Dach aus blauem , roten und orangefarbenen Glassteinen fällt das Licht auf die Pflanzen und erzeugt die unterschiedlichsten Farbtöne und Stimmungen.
Zuletzt der Garden of nurturing Water als Hommage an die Pflanze als Nahrungsmittel. Wasser erscheint als Lebensspender für die Pflanzen und dadurch auch für den Menschen.