Frühling

 

 

 


Frühlingslied 

Unsre Wiesen grünen wieder
Blumen duften überall;
Fröhlich tönen Finkenlieder,
Zärtlich schlägt die Nachtigall.
Alle Wipfel dämmern grüner,
Liebe girrt und heckt darin ;
Jeder Schäfer wird nun kühner,
Sanfter jede Schäferin.

Blüten, die die Knosp entwickeln,
Hüllt der Lenz in zartes Laub ;
Färbt den Sammer der Aurikeln,
Puder sie mit Silberstaub.
Sieh! Das holde Maieneschen
dringt aus breitem Blatt hervor,
Beut sich zum bescheidnen Sträußchen
An der Unschuld Busenflor.

Auf den zarten Stängeln wanken
Tulpenkelche, rot und gelb,
Und das Geisblatt flicht aus Ranken
Liebenden ein Laubgewölb.
Alle Lüfte säuseln lauer
Mit der Liebe Hauch uns an ;
Frühlingslust und Wonneschauer
Fühlet was noch fühlen kann.